Samstag, 27. Februar 2016

ferkelmissbildungen

bauer petersen ist teil vieler glyphosat-kritischer reportagen. petersen zieht den schluss, dass erhöhte glyphosat-gehalte in seinem stall zu missbildungen bei neugeborenen ferkeln führen.

ein grundsätzlicher zusammenhang zwischen pestizid-gehalten und missbildungen kann nicht ausgeschlossen werden. die konkrete annahmen von petersen ist allerdings empirisch. die aussage von frau professor krüger, der wirkstoff sei überall nachweisbar, sagt nichts darüber aus, dass der stoff in diesem fall ursächlich ist.

ich war schweinehalter bis 2011. bis etwa 2007 hielt ich auch muttersauen. die häufigste ursache für ferkelmissbildungen ist die genetik. sie liegt in der erbanlage der tiere. tritt nun eine massive zunahme an missbildungen auf, denkt man als landwirt natürlich nach und versucht an verschiedenen schrauben zu drehen, um die zahl der missbildungen wieder zu reduzieren. man versucht neue eber, untersucht das trinkwasser, scheidet sauen mit erhöhten missbildungsraten aus der zucht aus, untersucht das futter. in manchen jahren ist futter so mit pilzen befallen, dass es zu anomalien bei ferkeln kommen kann. mit futter von der nächsten ernte sind sie wieder weg.

verschwinden die missbildungen wieder, weiss niemand genau, welche schraube es war, an der erfolgreich gedreht wurde. wären die missbildungen typisch für hohe pestizid-gehalte, dann müssten sie bei allen ferkelerzeugern auftreten, die dieses futter verwenden. hinweise dazu sind mir nicht bekannt.

um das rätsel zu lösen, wäre es sinnvoll, im versuch auszutesten, ob es einen signifikanten zusammenhang zwischen pestizid-gehalten und missbildungen gibt. dazu wäre auch eine feldversuchsauswertung geeignet. verschiedene betriebe zeichnen die häufigkeit der missbildungen auf und stellen futterproben zur verfügung. die werte werden in einem raster eingetragen, ein signifikanter zusamemnhang ist dann erkennbar oder nicht erkennbar.

es gibt grenzwerte für glyphosat-gehalte in lebens- und futtermitteln. sollte sich herausstellen, dass die grenzwerte zu hoch angesetzt sind, müssen sie auf ein mass reduziert werden, das keinen schaden mehr verursacht. einen wirklich hinweis, dass die grenzwerte zu hoch angesetzt sind, sehe ich derzeit nicht.

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